Osteoporose

Osteoporose

Osteoporose im Blick:

Wenn die Knochen “morsch” & brüchig werden!

Knochen bricht wegen Osteoporose

Aktiv vorbeugen bei Osteoporose

Starke Knochen ein Leben lang!

Osteoporose (alt gr.: ostéon – dt.: Knochen; alt gr.: poros – dt.: Pore; wird auch Knochenschwund genannt) ist eine Skeletterkrankung, die nicht heilbar ist und zumeist im hohen Alter auftritt. Nicht alle Menschen erkranken im fortschreitenden Alter an Osteoporose, aber der normale Abbau von Knochensubstanz trifft uns alle beim Älterwerden.

Osteoporose betrifft Millionen Menschen und bleibt oft lange unbemerkt, bevor erste Symptome auftreten, wobei Frauen viermal häufiger betroffen sind als Männer. Ab dem ca. 30. – 35. Lebensjahr bauen wir etwa 0,5 – 1 % Knochensubstanz pro Jahr ab – bei Menschen mit Osteoporose nimmt die Knochendichte jedoch schneller ab als normal üblich. Schon kleine Belastungen können schmerzhafte Spuren hinterlassen, wenn die Knochen morsch und brüchig werden und die Stabilität verloren geht.

Doch genau hier setzt unser Blick auf Osteoporose an: Mit dem richtigen Wissen und gezielten Maßnahmen können Sie aktiv vorbeugen und Ihre Knochengesundheit stärken. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Osteoporose frühzeitig erkennen, vorbeugen und behandeln können – für ein starkes Fundament, auf das Sie vertrauen dürfen.


Inhalt:


1.
Osteoporose – Warum die Knochen morsch werden!

Bei Osteoporose tritt eine Störung im Knochenstoffwechsel auf und führt dazu, dass die Knochendichte abnimmt und die Knochenstruktur zunehmend porös wird. Das heißt, es wird mehr Knochensubstanz abgebaut und zu wenig aufgebaut. Dadurch werden die Knochen anfälliger für Brüche (Frakturen), oft bereits bei kleinen Stürzen oder Belastungen, die zuvor keine Probleme bereitet hätten.

Osteoporose Knochendichte Vergleich

Knochendichte nimmt schneller ab als normal –
Osteoporose entsteht

Die Erkrankung verläuft häufig unbemerkt, weil die beginnende Knochenentkalkung keine Schmerzen verursacht. Erst wenn ein Knochenbruch auftritt und die:der Ärzt:in versucht die Ursache herauszufinden, fällt die Osteoporose häufig auf. Ohne Behandlung kann sich der Zustand verschlechtern, was zu Bewegungseinschränkungen und chronischen Beschwerden führt.

Formen der Osteoporose

Primäre Osteoporose

– fast alle Fälle von Osteoporose-Erkrankungen (95 %) entstehen altersbedingt ohne Vorerkrankung und treten spontan auf. Meistens bei Frauen nach den Wechseljahren (> 50 Jahre) & älteren Männern (> 70 Jahre).

Spezielle Formen der primären Osteoporose:

Typ-1 Osteoporose (Postmenopausale Osteoporose)

– bei Frauen nach der Menopause (ca. 80 %)

Typ-2 Osteoporose (Senile Osteoporose bzw. Alters-Osteoporose)

– bei älteren Menschen

Juvenile Osteoporose

– bei Kindern und Jugendlichen zwischen 8 – 13 Jahren. Entweder primäre Osteoporose unbekannter Ursache oder sekundäre Osteoporose aufgrund Einnahme bestimmter Medikamente. Die Veränderung der Knochendichte normalisiert sich in der Regel nach der Pubertät wieder.

Schwangerschafts-Osteoporose

– bei werdenden Müttern & in der Stillzeit. Nach dem Abstillen erholt sich die Knochendichte meist wieder. (Therapiemaßnahmen bei schweren Fällen notwendig.)

Ursachen mit bedeutender Rolle:

hormonelle Veränderung
erhöhter Kalziumbedarf
genetische Faktoren
Idiopathische Osteoporose

(idiopathisch = unbekannte Ursache) bei Frauen vor den Wechseljahren, Männern unter 50 Jahren, Kinder und Jugendliche (bei allen gilt: ein normaler Hormon- und Vitamin-D-Spiegel ohne erkennbare Ursache für Schwächung der Knochen)

Sekundäre Osteoporose

– wird durch zusätzliche Faktoren oder Erkrankungen verursacht (ca. 5 %) wie:

chronische Nierenerkrankung
Hormonstörungen
(z. B. Schilddrüsenüberfunktion)
Stoffwechselstörungen
(z. B. Diabetes mellitus)
chronische Entzündungen
(z. B. rheumatoide Arthritis)
Neuromuskuläre Erkrankungen
(z. B. Multiple Sklerose)
einige Krebsarten
(z. B. multiples Myelom)
Zöliakie
(chronische Entzündung durch Glutenunverträglichkeit)
Andere Erkrankungen wie – Zystische Fibrose (CF), Transplantationen, HIV
Medikamente
(Progesteron, Kortikosteroide, Schilddrüsenhormone, bestimmte Chemotherapeutika & Antiepileptika)
Fehlernährung
(z. B. Magersucht)
Vitamin-D-Mangel, Kalzium-Mangel, Silizium-Mangel
Starker Zigaretten & Alkoholkonsum

2.
Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Osteoporose

Die Entstehung von Osteoporose ist ein komplexer Prozess, der durch verschiedene Ursachen und Risikofaktoren beeinflusst wird. Zu den wichtigsten Ursachen zählt der altersbedingte Knochenabbau, da die Knochendichte mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise abnimmt. Daraus kann sich eine Osteoporose entwickeln, wenn sich die Balance von Aufbau und Abbau der Knochensubstanz verschiebt und mehr abgebaut wird als normal.

Osteoporose im Alter

Außerdem spielt der Hormonhaushalt eine entscheidende Rolle. Ein Abfall des Östrogenspiegels/Testosteronspiegels bei Frauen nach den Wechseljahren bzw. hormonellen Veränderungen bei Männern fördert den Knochenabbau erheblich. Darüber hinaus können genetische Faktoren die Anfälligkeit für Osteoporose erhöhen.

Die häufigsten Risikofaktoren für eine Osteoporose-Erkrankung

Hohes Lebensalter
Weibliches Geschlecht
Natürliche hormonelle Veränderung
Bewegungsmangel
Untergewicht
Familiäre Vorbelastung (Genetisch bedingt)
Unausgewogene Ernährung
Mangelernährung bzw. Fehlernährung in jungen Jahren
Übermäßiger Tabak- & Alkoholkonsum

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil von Knochen ist Kollagen Typ-1 (Lesen Sie mehr dazu im Blogartikel). Dieser Kollagentyp bildet das Grundgerüst für unsere Knochen und verleiht ihnen Stabilität. Kollagen baut sich ebenfalls mit zunehmendem Alter (ab ca. 25 J.) ab und begünstigt die Entstehung einer Osteoporose.

Mineralisierte Kollagenfasern im Knochen

TEM Aufnahme: Mineralisierte Kollagenfasern im Knochen

Knochenzellen Kollagen Typ-1 - Osteoporose

Knochenzellen & Kollagen Typ-1

Nährstoffmangel, langjähriger Bewegungsmangel oder starkes Rauchen wirken sich ebenso negativ auf die Knochenstruktur und den Knochenstoffwechsel aus. Auch bestimmte Erkrankungen wie Rheuma oder Medikamente, können das Risiko einer Osteoporose steigern.

Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist ein fortschreitender Knochenschwund.

Besonders häufig von Spontanbrüchen betroffen:

Wirbelkörper (Wirbelsäule)
Oberschenkelknochen
Hüftknochen (Becken)
Oberarmknochen
Unterarmknochen
Handgelenke
Rippen

3.
Wie sich Osteoporose im Körper bemerkbar macht




Verlauf von Osteoporose in 4 Stufen
(Bild anklicken zum Vergrößern)

Bei der Entwicklung einer Osteoporose bauen die Osteoklasten mehr der vorhandenen Knochenmasse ab als die Osteoblasten knochenbildendes Material aufbauen. Die Knochen werden „morsch“ (porös) und verlieren an Stabilität, wodurch diese schon bei geringer Belastung leichter brechen können.

Frakturen bei alltäglichen Belastungen, etwa durch einen Sturz aus geringer Höhe, deuten ebenfalls auf eine verringerte Knochendichte hin und sind ein Anzeichen für eine Osteoporose-Erkrankung.

Symptome

Rückenschmerzen
Einbrüche der Wirbelkörper mit zusätzlicher Osteoporose verursachen Schmerzen

Osteoporose-Bäuchlein
Entsteht bei fortgeschrittener Erkrankung –
verkrümmte Wirbelsäule (Rundrücken) drückt Weichteile nach vorne

Körpergröße nimmt ab
Wirbelsäule verkürzt sich durch Einbrüche der Wirbelkörper

Knochenbrüche
durch falsche Bewegung oder Anheben von schweren Gegenständen

Zahnausfall
Verminderte Kalzium-Einlagerung in Zähnen und Wurzelhöhlen

Da bereits kleine Veränderungen im Körper auf Osteoporose hinweisen können, achten Sie daher mit steigendem Alter & besonderer Aufmerksamkeit auf:

Rückenschmerzen bei Osteoporose verringerte Körpergröße bei Osteoporose

unerklärliche Rückenschmerzen verursacht
durch winzige Wirbelbrüche

abnehmende Körpergröße

Zahnausfall bei Osteoporose Bruchanfälligkeit bei Osteoporose

Zahnverlust wegen Kalziummangel

Erhöhte Bruchanfälligkeit durch Sturz

Haltungsschäden bei Osteoporose Rücken und Hüfte bei Osteoporose

Veränderte Haltung mit Rundrücken & Osteoporose-Bäuchlein

Rücken und Hüfte: Knochenschwund tritt hier meist zuerst auf

Ausrufezeichen rot Ein frühzeitiges Erkennen, frühzeitiger ärztlicher Rat und gezielte Maßnahmen können das Risiko von Frakturen mindern und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Achten Sie auf Warnzeichen und nehmen Sie regelmäßige Untersuchungen wahr, um den Knochenabbau zu verlangsamen oder zu stoppen.

4.
Diagnostische Verfahren zur Erkennung von Osteoporose

Da Osteoporose zu Beginn symptomlos verläuft, soll bei den ersten Anzeichen oder wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, eine:ein Ärzt:in aufgesucht werden. Für eine frühzeitige Erkennung von Osteoporose sind moderne diagnostische Verfahren unverzichtbar.

Besonders die Knochendichtemessung, auch DXA-Scan genannt, gilt als zuverlässigstes Mittel, um den Mineralgehalt der Knochen exakt zu bestimmen. Dabei werden Schwachstellen erkannt, bevor es zu Frakturen kommt. Folgende Verfahren werden angewandt:

Knochendichtemessung
Bestimmung der Dichte (T-Score Wert)
Röntgen
Erkennung von Knochenbrüchen (zuverlässige Ergebnisse erst im späteren Krankheitsverlauf – neue, starke Rückenschmerzen; chronische Rückenschmerzen unbekannter Ursache; hohes Lebensalter; niedrige Knochendichte; mehrere, alte Brüche; Größenverlust von > 5 cm seit 25. Lebensjahr und > 2 cm bei Kontrolluntersuchungen)
Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT)
Erkennung von frischer oder verheilter Fraktur und genaue Auswertung der Frakturmorphologie
Blut- & Urintest
Geben Hinweis auf sekundäre Osteoporose (Stoffwechselstörungen, Vitaminmangel, hormonelle Veränderung …)
Röntgen Bruch Unterschenkel - Osteoporose Röntgen Bruch Hüfte - Osteoporose
Röntgen Bruch Unterarm - Osteoporose Röntgen Bruch Unterschenkel mit Spondylodese - Osteoporose

Röntgenaufnahmen von verschiedenen Knochenbrüchen bei Osteoporose

Diese Diagnostikmethoden kombiniert sind von großer Bedeutung, um individuelle Risikoprofile zu erstellen und eine präzise Behandlung einzuleiten. Eine frühzeitige Untersuchung ermöglicht es Ihnen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und so die Stabilität Ihres Knochengerüsts langfristig zu sichern.

5.
Silizium und seine Bedeutung für Knochengesundheit und Osteoporose

Silizium ist ein essenzielles Spurenelement, das eine entscheidende Rolle für die Stabilität und Regeneration unserer Knochen spielt. Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Silizium die Knochenregeneration begünstigt, den Verlust von Knochenmasse verlangsamen kann und die Knochenmineraldichte positiv beeinflusst.

Silizium chemische Formel

Strukturformel von Orthokieselsäure –
die bioverfügbare Form von Silizium
(Summenformel: H4SiO4)

Es unterstützt die Einlagerung von Kalzium in den Knochen, aber auch von Kollagen Typ-1, dem Hauptprotein des Knochengewebes, und fördert dadurch die Festigkeit sowie Elastizität der Knochenstruktur. Silizium trägt so zur Erhaltung der Knochendichte bei.

Silizium - Rohform

Rohsilizium

Silizium fördert ebenfalls die Aktivität der Osteoblasten – der Zellen, die neue Knochensubstanz aufbauen – und hemmt gleichzeitig die Osteoklasten, welche den Knochenabbau voran treiben. Das Gleichgewicht im Knochenstoffwechsel wird so durch Silizium bewahrt.

Für Betroffene ist es daher sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung mit siliziumreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, mineralstoffreichem Wasser und Nahrungsergänzungsmitteln zu achten (z. B. SILSTEO®).

Nahrungsmittel bei Osteoporose

Lebensmittel mit Silizium

Silizium kann in Kombination mit anderen Therapien einen wertvollen Beitrag zur Prävention und Behandlung von Osteoporose leisten und diese sinnvoll ergänzen.

6.
Behandlungsmöglichkeiten bei Osteoporose

Für die Therapie von Osteoporose stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung, die gezielt die Knochendichte erhöhen und das Risiko von Brüchen verringern. Arzneimittel wie Bisphosphonate werden häufig verschrieben, da sie den Knochenabbau hemmen und somit die Stabilität der Knochen fördern.

Orthopäde erklärt Patientin Osteoporose

Orthopäde erklärt weitere Vorgehensweise

Es kommen auch Medikamente zum Einsatz, welche den Knochenaufbau stimulieren oder den Kalzium- und Vitamin-D-Haushalt regulieren. Nahrungsergänzungsmittel (SILSTEO®) sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um den Knochenstoffwechsel zu unterstützen und den Aufbau der Knochendichte für stabile Knochen zu fördern.

6.1
Basisbehandlung (oder Alternative Behandlung)

Diese Maßnahmen sollten von allen Osteoporosepatient:innen eingehalten werden. Sie verbessern den Knochenstoffwechsel bei Erkrankten und Stürze können verhindert werden.

Verzicht auf Tabak- & Alkoholkonsum
können den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen
Aktivitäten mit Gewichtsbelastung
Mobilmachung durch Bewegung und Sport: Gleichgewichts- & Koordinationstraining, Walking, Treppensteigen, Schwimmen, Krafttraining – Knochen werden durch gezielte Belastung gestärkt, das Gleichgewicht trainiert und die Knochendichte erhöht. (Videos für Übungen bei Osteoporose)
Ausreichende Zufuhr von:

Kalzium
ist eine der Hauptsubstanzen und stärkt die Knochen. (täglich mindestens 1000 mg Ca; Frauen nach der Menopause, ältere Männer, schwangere oder stillende Frauen und Kinder in der Pubertät: 1200 – 1500 mg/Tag)
Vitamin D
fördert die Aufnahme von Kalzium und unterstützt die Knochendichte. Für einen zusätzlichen Bedarf an Vitamin D bestimmt die:der Ärzt:in anhand des Vitamin-D-Spiegels im Blut die benötigte Menge. (täglich 600 – 800 IE; internationale Einheiten)
Kalium
unterstützt die Steigerung der Knochendichte durch Neutralisierung der übermäßigen Säure im Körper. Kalium reduziert die Kalziumausscheidung über die Niere und trägt so zu einer verbesserten Knochengesundheit bei.
Silizium
unterstützt die Einlagerung von Kalzium und Kollagen Typ-1.
Magnesium
hat eine knochenaufbauende (anabole) Wirkung, hemmt die Aktivität des Parathormons (löst Kalzium aus dem Knochengewebe – erhöht Kalziumblutspiegel), wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Aktivität von Vitamin D.
Vitamin K2
nur bei Mangel zusätzlich einnehmen – verteilt Kalzium an die richtigen Stellen im Körper (Knochen & Zähne), damit das Kalzium an z. B. Blutgefäßwänden nicht zu Verhärtungen (Arteriosklerose) führt (1 µg/kg Körpergewicht pro Tag) & den Knochenabbau bei Frauen nach den Wechseljahren hemmt.
Eiweißreiche Ernährung (Proteinreiche Ernährung)
bei erhöhtem Frakturrisiko und über dem 65. Lebensjahr. (> 1 g/kg Körpergewicht pro Tag)

Zusätzliche Maßnahmen

Medikamente prüfen
Kontrolle der Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden – begünstigen diese den Knochenabbau oder nicht. (mit Ärztin/Arzt absprechen)
Aktivitäten mit Gewichtsbelastung
Erhalt der Mobilität, Linderung von Schmerzen & Reduzierung des Sturzrisikos. (z. B. Gehstock, Rollator, Hüftprotektor, Rückenprotektor, Orthesen, Bandagen, Haltegriffe, An- & Ausziehhilfen)
Schmerzbehandlung
nach Absprache mit der:dem Ärzt:in bei Bedarf Schmerzmittel einnehmen
Sehkraft & Umgebung überprüfen
verminderte Sehkraft bzw. eingeschränktes Gesichtsfeld & ungünstige Umgebungsbedingungen erhöhen das Sturzrisiko und die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen.

6.2
Medikamentöse Behandlung

Je nach Beurteilung durch die:den Ärzt:in, kann eine medikamentöse Behandlung zusätzlich zur Basisbehandlung erforderlich sein. Dafür ist ein erhöhtes Risiko für osteoporotische Frakturen entscheidend.

Behandlung mit Medikamenten bei Osteoporose

Behandlung mit Medikamenten

Zur Feststellung, ob eine zusätzliche Behandlung durch Medikamente notwendig ist, wird der T-Score ermittelt und anhand dessen die weitere Vorgehensweise entschieden. Osteoporose-Medikamente können zum Teil ernste Nebenwirkungen verursachen und müssen immer mit der:dem Ärzt:in, unter Abwägung von Risiko und Nutzen, abgeklärt werden.

Zwei Ansatzmöglichkeiten zur Behandlung:

1. Knochenabbau bremsen
mit antiresorptiven Wirkstoffen wie:

Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Ibandronat, Zoledronat)
Biologikum (Denosumab)
Selektiver Östrogenrezeptor-Modulator – SERM (Raloxifen)

2. Knochenaufbau fördern
mit osteoanabolen Wirkstoffen wie:

Biologikum (Romosozumab)
Parathormon (PTH)-Analoga (Teriparatid, Abaloparatid)

Eine weitere Möglichkeit ist die Hormonersatztherapie (z. B. Östrogen) bei Frauen in den Wechseljahren zum Erhalt der Knochendichte und Vorbeugung des Knochenabbaus. Sie kann den Knochenabbau aufhalten, jedoch birgt diese Behandlungsform auch ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ausrufezeichen rot Eine medikamentöse Behandlung muss immer mit der:dem Ärzt:in abgesprochen werden, da Nebenwirkungen und Arzneimittelverträglichkeit individuell zu berücksichtigen sind.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, um die Behandlung für eine erfolgreiche Therapie zu überwachen und bei Bedarf anzupassen.

6.3
Operative Behandlung

Meist wird die operative Behandlung bei Wirbelkörperbrüchen angewendet. Dabei soll die Belastungsfähigkeit und Stabilität wiederhergestellt werden.

Viele operative Eingriffe aufgrund von Osteoporose werden minimalinvasiv durchgeführt, um den Krankenhausaufenthalt kurz zu halten und eine schnellere Genesung zu fördern.

Minimialinvasive Eingriffe bei Osteoporose

Operation bei Osteoporose

Eine Operation ist sinnvoll bei:

Akuten, schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen
Bruch noch nicht verheilt & starke Schmerzen
Instabile Brüche
Wirbelkörper zu stark gebrochen oder weitere Einbrüche leicht möglich
Neurologische Ausfälle
Rückenmark ist durch Bruch geschädigt

Operative Verfahren bei Osteoporose:

Kyphoplastie und Vertebroplastie

Knochenzement wird mit minimalinvasiven Verfahren in den gebrochenen Wirbelkörper injiziert. Bei der Kyphoplastie kommt zusätzlich ein Ballon zum Einsatz. Durch Aufblasen wird ein Hohlraum geschaffen, der mit Knochenzement aufgefüllt wird.

Spritze in Wirbelkörper Röntgen - Wirbel mit Knochenzement

links: Wirbelkörper wird aufgefüllt / rechts: gefüllter Wirbelkörper mit Knochenzement

Spondylodese

Versteifung der Wirbelsäule mit Schrauben und Stäben. (bei instabilen Brüchen & neurologischen Problemen)

Röntgen Wirbel mit Schrauben

Wirbel mit Schrauben stabilisiert

Wirbelkörperersatz

Einsetzen eines Cage aus Titan oder körpereigenem Knochen als Wirbelkörperersatz. (bei höhergradigen Brüchen)

Wirbelkörperersatz Osteoporose

Wirbelsäulenimplantat & Bandscheibenimplantat
als Ersatz für fehlenden Wirbel bzw. Bandscheibe

Ausrufezeichen rot Eine individuelle Anpassung der Therapie spielt eine zentrale Rolle, um Nebenwirkungen zu minimieren und den Behandlungserfolg zu maximieren.

Die kontinuierliche Kontrolle durch die:den Ärzt:in gewährleistet, dass die Maßnahmen an den Krankheitsverlauf angepasst werden. Ein Fortschreiten der Osteoporose lässt sich so verlangsamen und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Bei schweren Fällen ist eine Kombination aus medikamentöser Therapie und physikalischer Behandlung sinnvoll.

7.
Prävention: So können Sie Osteoporose vorbeugen

Ein proaktives Vorgehen spielt eine maßgebliche Rolle, um Osteoporose vorzubeugen und langfristig die Knochenstabilität zu erhalten. Als Präventivmaßnahme können Sie auch die Basisbehandlung bei Osteoporose heranziehen.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Silizium, Kalzium, Kalium, Kollagen Typ-1, Magnesium und Vitamin D ist von großer Bedeutung, da sie die Knochendichte fördern und dem Fortschreiten der Osteoporose entgegenwirken kann.

Negative Substanzen bei Osteoporose

Diese Substanzen beeinflussen die Knochenmineraldichte
und den Knochenstoffwechsel negativ

Eine gezielte Kontrolle von Medikamenten, die eingenommen werden und den Knochenabbau begünstigen, sollte in Absprache mit der:dem Ärzt:in erfolgen.

Regelmäßige körperliche Aktivität spielt eine wichtige Rolle, um den Knochenschwund bei Osteoporose zu verlangsamen und die Knochenfestigkeit zu fördern. Insbesondere belastende Übungen wie Gehen, Treppensteigen oder leichtes Krafttraining regen den Knochenstoffwechsel an und fördern die Bildung neuer Knochenzellen.

Selbst moderate Bewegungsformen (z. B. spazieren gehen) können bereits positiven Einfluss nehmen und tragen dazu bei, das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen.

Mann trainiert mit Elastikband Frau trainiert mit Hanteln

links: Training mit Elastikband / rechts: Training mit Hanteln

Gleichzeitig stärken Bewegungseinheiten die Muskulatur, verbessern durch gezielte Gleichgewichtsübungen die Balance und verringern so das Sturzrisiko – ein zentraler Faktor, um Knochenbrüche zu vermeiden. Wichtig ist eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Trainingsgestaltung, idealerweise unter fachlicher Anleitung, um Überlastungen zu vermeiden.

Ein Falltraining ist empfehlenswert, um auf unvorhergesehene Stürze vorbereitet zu sein. Bei einem Falltraining lernen Sie richtig zu stürzen und abzurollen. Sie steigern dadurch ihre Gangsicherheit und verbessern Ihr Körpergefühl. Ältere oder erkrankte Personen sollten bei den Übungen allerdings Hüftprotektoren tragen, damit es nicht zu ungewollten Brüchen beim Training kommt.

alter Mann stürzt auf Treppe

Übungsvideos – Osteoporose

(Bei Erkrankung oder als Vorbeugung)


Erklärvideo & Krafttraining bei Osteoporose

Osteoporose-Gymnastik für Senioren ab 60 Jahren

Osteoporose-Gymnastik 1

Osteoporose-Gymnastik 2

Osteoporose-Gymnastik 3

Maßnahmen nach einem Sturz


Fallübungen - Mann stürzt

Fallübungen

Fallübungen – Sprache: Englisch

Vorwärtsfallen – Sprache: Deutsch

Rückwärtsfallen – Sprache: Deutsch

Vorwärtsfallen – Sprache: Englisch

Rückwärtsfallen 1 – Sprache: Englisch

Rückwärtsfallen 2 – Sprache: Englisch


Aufstehübungen - Mann steht auf

Aufstehübungen

Rückenschonend Aufstehen

Einfach aufstehen

Hinsetzen & Aufstehen bei Knieproblemen

8.
Fazit: Mit Wissen und Vorsorge Osteoporose wirksam begegnen

Verständnis und frühzeitige Vorsorge spielen eine maßgebliche Rolle im Umgang mit Osteoporose. Wenn Sie die Risiken kennen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, können Sie die Stabilität Ihrer Knochen unterstützen und den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen.

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, wobei die Knochendichte abnimmt und Knochensubstanz schneller als normal abgebaut wird.
95 % der Osteoporose-Fälle entstehen altersbedingt, ohne Vorerkrankung und spontan – Frauen nach den Wechseljahren (> 50 Jahre), ältere Männer (> 70 Jahre)
Osteoporose ist nicht heilbar – aber sie kann verlangsamt und bis zu einem gewissen Grad, durch die richtige Behandlung, gestoppt werden.
Symptome bleiben meist unerkannt, bis ein Knochenbruch auftritt und mit der:dem Ärzt:in abgeklärt wird.
Bei Osteoporose brechen Knochen schon bei kleiner Belastung – vorwiegend sind die Wirbelkörper (Rückenwirbel), Hüfte, Handgelenke, Arme & Beine betroffen. Lange Knochen brechen eher am Knochenhals.
Aktive Gestaltung des Lebensstils fördert die Knochenfestigkeit und regt den Knochenstoffwechsel an. (Körperliche Betätigung, Sport, …)
Regelmäßige ärztliche Kontrollen mit geeigneten Diagnoseverfahren helfen, Veränderungen früh zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken.
Präventiv kann auch die Basisbehandlung gegen Osteoporose angewendet werden, bevor eine osteoporotische Erkrankung auftritt.
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und gezielte Therapien tragen dazu bei, die Knochendichte zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Wichtige Nährstoffe bei Erkrankung bzw. zur Vorbeugung von Osteoporose sind:
Kalzium, Vitamin D, Silizium, Kollagen Typ-1, Magnesium, Kalium, Vitamin K2, eiweißreiche Nahrungsmittel
Eine sinnvolle Ergänzung sind Nahrungsergänzungsmittel (SILSTEO®) zum Aufbau der Knochensubstanz und des Knochenstoffwechsels. Bei bestehender Erkrankung oder Einnahme anderer Arzneimittel – Absprache mit der:dem behandelnden Ärzt:in.
Gezielte Gleichgewichtsübungen, koordinatives Training & Fallübungen helfen das Sturzrisiko zu minimieren, das Körpergefühl zu verbessern und so Knochenbrüche zu vermeiden. (Videos zu Übungen bei Osteoporose)

älteres Paar mit Daumen hoch

Durch die Kombination aus körperlicher Aktivität, gesunder Lebensweise und regelmäßiger medizinischer Betreuung bleibt Ihre Mobilität und Lebensqualität erhalten und das Risiko für Brüche deutlich minimiert.

So wird aus einer scheinbar unabwendbaren Entwicklung eine Chance, Ihre Lebensqualität zu bewahren und selbstbewusst dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzutreten.

April 2026


FAQ – Andere fragen auch:

FORTSETZEN